Ein Beispiel aus dem Alltag:

Herr Müller ruft seinen Hund Bello. Da Herr Müller von seinem Hund sofortigen Gehorsam erwartet  und dieses zum Ausdruck bringen möchte, ruft Herr Müller in sehr strengem Tonfall , lehnt sich mit dem Oberkörper nach vorne und schaut Bello starren Blickes ins Gesicht.

Was geschieht? Bello kommt zunächst auf das Rufen von Herr Müller herangelaufen, wird aber, je mehr sich die Distanz verringert, immer langsamer. Kurz vor seinem Herrchen wendet Bello den Kopf ab und beginnt am Boden zu schnüffeln. Herr Müller ist erbost über das „ignorante Benehmen“ seines Hundes und beginnt zu schimpfen...

Ein Beispiel das man täglich zu sehen bekommt.

Aus Sicht des Hundes benimmt Herr Müller sich aber höchst merkwürdig: Verbal teilt der Besitzer ihm mit, dass er herankommen soll, aber körpersprachlich wird Bello massiv bedroht. Das Vornüberbeugen und Anstarren bedeuten aus der Hundesicht eher: komm mir nicht zu nahe- ich greife sonst an. Deshalb beginnt Bello sein Herrchen mit dem ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksmethoden zu beschwichtigen: er bewegt sich langsamer, wendet den Blick ab und schnüffelt am Boden. (Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem hündischen Beschwichtigungsrepertoire). Trotzdem wird sein Herrchen immer ungehaltener...

Solche Beispiele machen deutlich, dass wir mit der spontanen Deutung des hündischen Verhaltens eben oft daneben liegen.

Es erleichtert die Hundeerziehung ungemein, wenn man weiss, warum ein Hund sich so verhält wie er es tut und man entspechend darauf reagiern kann.

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